Kulturförderung

Vergessenen Liedern eine Stimme geben

«Variant 5» fördert den Austausch zwischen jungen Musizierenden aus der Schweiz und aus Bulgarien. In den letzten Jahren standen die schweizerischen Ensembles «Uccelli» (Endingen) und «Aventi» (Burgdorf) in regem Kontakt mit dem Ensemble «Slavej» aus Targoviste. Zum Brückenschlag zur Schweiz tragen auch öffentliche Konzerte bulgarischer Musikgruppen bei, die der Förderverein ermöglicht. Unter anderen konnten die «Slavej» und die «Bagri» so in der Schweiz auftreten. Die Konzertreihen geben der bulgarischen Folklore eine kleine Portion internationale Aufmerksamkeit und helfen den Musikerinnen und Musikern, Kontakte mit Berufskollegen zu knüpfen.

Während mehr als zehn Jahren unterstützte und begleitete «Variant 5» die Arbeit der 2019 verstorbenen Musikpädagogin Elena Vasileva. Sie unterrichtete bulgarische Folklore und setzte sich für die Erhaltung des Liedgutes ein. So organisierte sie jeweils jährlich die «Brücke zwischen Generationen», die an Workshops junge Talente und alte Meister zusammenbrachte. Zudem besuchte sie mit ihrem jungen Ensemble «Slavej» entlegene Dörfer, um bei Betagten alte Lieder zu sammeln und zu transkribieren. Im Rahmen des Projektes «Folklore-Expedition» wurden so die Noten von über 100 Liedern aus der Region Targoviste aufgeschrieben und publiziert.

Warum hat der Förderverein überhaupt ein Gehör für bulgarische Lieder? Das Lied ist Bulgariens wichtigster Kulturträger. Während der Jahrhunderte dauernden Okkupation des bulgarischen Kulturraums durch das osmanische Reich war es das Lied und letztlich nur das Lied, das die Befindlichkeit des Volkes, seine Werte, Hoffnungen und Ängste ausdrücken und weitertragen konnte.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.